Bertelsmannrepublik Deutschland: Eine Stiftung macht Politik by Thomas Schuler

By Thomas Schuler

Die Bertelsmann Stiftung ist einflussreich und mächtig. Allseits beliebt und anerkannt ist die größte operative Stiftung in Deutschland eng verzahnt mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ganz gleich wer in Berlin oder Brüssel regiert, die Bertelsmann Stiftung regiert immer mit. Die Experten aus Gütersloh sind immer dabei in der öffentlichen Verwaltung, in der Bildungs-, Arbeitsmarkt-, Gesundheits- oder Außenpolitik. Doch dient die Arbeit der Stiftung wirklich dem Allgemeinwohl? Oder wird das Vertrauen durch verdeckten Lobbyismus und Vetternwirtschaft leichtfertig verspielt? Thomas Schuler zeigt, wie Bertelsmann sein own im politischen Betrieb platziert, wo die Gemeinnützigkeit untergraben und Politik im Sinne eigener Interessen gesteuert wird. Dies wirft wichtige Fragen auf über die Stiftungslandschaft insgesamt.

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Die Bertelsmann Stiftung entschied sich für Letzteren und machte den Bundespräsidenten zu ihrem wichtigsten Verbündeten. Immerhin gilt sein Amt als unabhängig. Es verleiht allen Legitimation, mit denen der Amtsinhaber zusammen arbeitet. Bundespräsident Karl Carstens schreibt das erste Grußwort Lange bevor seine Stiftung politischen Einfluss nahm, wusste Reinhard Mohn um die Bedeutung der Legitimation durch das Staatsoberhaupt. Bereits im ersten Tätigkeitsbericht der Stiftung, der 1982 fünf Jahre nach der Gründung der Stiftung erschien, bat Mohn den damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens um ein Grußwort.

Die Stiftung verfügte zu dieser Zeit kaum über Kapital: Mohn hatte sie lediglich mit 100 000 Mark ausgestattet. Weger erinnert sich, dass er Mohn alle Ausgaben zur Genehmigung vorlegen musste. Mohn beriet sich mit Gerd Wixforth, dem Stadtdirektor von Gütersloh. Welche Projekte sollte die Stiftung fördern? Einige Bürger in Gütersloh regten an, eine Eislaufbahn zu bauen. »Ich hielt das für einen Witz, mit dem wir uns lächerlich machen würden«, erinnert sich Wixforth. Mohn wollte etwas gegen die Regulierung von Schulen unternehmen, die seiner Ansicht nach überreguliert waren.

Er erwähnte, dass er nach dem Krieg nicht studieren konnte, aber schnell viel lernen musste und dass er lernte, »den Kontakt zu den Besten« zu suchen und sie nach Lösungen zu fragen. Was hat die Besten zu dem gemacht, was sie sind? Mohn sprach von seinem »Wunsch, bei der Besserung der Dinge behilflich zu sein«, von »der Verpflichtung, in der jeder von uns gegenüber der Gemeinschaft steht«. Er benannte »Schwachpunkte unserer gesellschaftlichen Ordnungsstrukturen«, die die operative Stiftungsarbeit notwendig machten.

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