Führung durch Nichtführung am Beispiel der Schweiz: Zur by Maximilian Koch

By Maximilian Koch

Die Schweiz gilt als demokratisches Lehrmodell der politischen Egalität und ausgeprägten Mitspracherechte des Stimmvolkes. Ursprünglich während Jahrzehnten durch eine kollegiale Einparteienregierung geführt, wurde diese erst im Laufe der Zeit zu einer relativ stabilen konkordanten Mehrparteienregierung geformt. Maximilian Koch untersucht, wer eigentlich die Schweiz führt. Die Frage nach den politischen Eliten und Institutionen spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn der Begriff der Politischen Führung ist gleichsam die Gegenthese zur eidgenössisch-egalitären Machtverteilung. Dabei zeigt sich, dass direktdemokratische Instrumente, allen voran das Referendum, durch zu tiefe Quoren zu eigentlichen Drohinstrumenten rotierender Oppositionsgruppierungen geworden sind.

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6 der Hermeneutik und der Literaturtheorie mit denen der empirischen Forschung verbindet. Es hat mich gefreut, daß die Herausgeber bereit waren, das Buch in die Reihe "Konzeption Empirische Literaturwissenschaft" aufzunehmen. Erkenntlich bin ich ihnen auch für ihre kritische Durchsicht des Manuskriptes.

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Durch den zunehmenden Umfang der Departementalgeschäfte ist jener Satz bei allen größeren Departementen schon längst zu einer leeren und unwahren Floskel geworden. Was aber viel wichtiger, ist das, dass die Vorstände der stark beschäftigten Departemente unmöglich mehr Zeit finden, um auch den Geschäften diejenige Aufinerksamkeit zu widmen, welche in den Intentionen der Verfassung lag. Von daher kommt der schwere Nachtheil, dass über sieben Departementen die Einheit der Gesamtbehörde eigentlich zum größten Theil verloren gegangen ist" (Dubs 1878.

Die Zeit der Alten Eidgenossenschaft war eine Epoche sich überlagernder und ablösender Bündnisse, oftmals zeitlich begrenzt und mit unterschiedlichen und wechselnden Partnern. Der Schweizer Historiker Roger Sablonier (2008) be- 52 2 Schweizwerdung: Eine historische Auslcgcordnung schreibt die stsatsrechtliche Situation in der Zentralschweiz um das Jahr 1300 wie folgt: ,,Eine verfassungsmässige und formale Gemeinschaftstradition, nur schon das, entstand in Bezug auf das Dreiländergebilde (Uri, Schwyz, Unterwalden; Anmerkung des Autors) erst nach 1320, und sie bezog sich auf die Stellung im Reichsverband, nicht auf eine von innen heraus gewachsene Gemeinsamkeit' (Sablonier 2008: 183).

Diese ,,Regierungsdepartemente" hatten klar umschriebene Aufgaben. Die jeweiligen Bezeichnungen (Kämmerer, Marschall, Seneschall und Mundschenk) haben mit teilweise unterschiedlichen modemen Bedeutungen und Verwendungen bis zum heutigen Tage überlebt. Seit dem Frankenreich war das Lehenswesen die Grundlage der politischen Führung und Organisation des Mittelalters, auch wenn man sich vom heutigen 2 Schwcizwerdung: Ein. historisch. goordn_ 43 Begriff des Territorialstaates gedanklich lösen muss. Diesen gab es nach heutigem Verständnis damals nicht.

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