Gelebte Grenze Gibraltar: Transnationalismus, Lokalität und by Dieter Haller

By Dieter Haller

Der Nationalstaat und seine Grenzen erleben im Kontext der europäischen Einigung eine tiefgreifende und grundlegende Umgestaltung. In der vorliegenden Ethnographie werden die Effekte dieser Transformation auf die Kultur und Gesellschaft eines EU-Territoriums untersucht, das maßgeblich durch eine doppelte Grenzlage geprägt ist: die britische Kronkolonie Gibraltar mit der EU-Außengrenze zu Marokko und der EU-Binnengrenze zu Spanien.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen:
- die Transformation von Grenzen und Grenzgesellschaften innerhalb der Europäischen Union
- die veränderte Rolle der europäischen Nationalstaaten
- die Bedeutung staatlicher Grenzen für die Methodologie und die Theoriebildung der Ethnologie, insbesondere für die Konzeption der zentralen Kategorien der Kultur, der Gesellschaft, der Identität und der Nation.

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1 Die transnational-globale Perspektive: Gibraltar im Fadenkreuz internationaler Prozesse Der Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums fuhrte zu einer Umstrukturierung des nordatlantischen Gefuges, von der militărische Stiitzpunkte wie Gibraltar besonders betroffen sind: Die aufMilitărwirtschaft eingerichtete Gamison befindet sich nach der Reduktion der britischen Truppen und der fast vollstăndigen SchlieBung der militărischen Einrichtungen in einer wirtschaftlichen Krise, in deren Gefolge sich die okonomische Struktur transformiert.

25 nigung - in einem oder mehreren nationalen Territorien verankert sind, liber dessen oder deren Grenzen jedoch hinauswirken. 69 Die Krise, die zum inoffiziellen AnlaJ3 fur den Besuch des Duke wurde, verweist auf die Bedeutung transnationaler Prozesse fur die Kolonie: Gibraltar ist eine der letzten Kolonien des britischen Empire, an das Aspekte der lokalen Kultur und Mentalităt noch heute erinnem. Die Entscheidungskompetenzen liber die Zukunft des Territoriums liegen in den Metropolen, vor allem in London und in Madrid.

So stellte die Regierung ·Gibraltars 1992 die britische Souverănităt erstmals durch eine antibritische Gesetzgebung und die Einfuhrung eigenstaatlicher Symbole in Frage. Die Begrenztheit des Raumes und die Problematisierung der Beziehung zum Mutterland f6rderten die Stărkung einer eigenstăndigen kulturellen und politischen Identifikation als einer von der britischen und spanischen Nation distinkten nationalen Einheit. Dieser ProzeB ist in der gibraltarianischen Gesellschaft nicht unumstritten, die vielmehr in politische Lager geteilt ist, in denen um die Bestimmung von Staatlichkeit, Nationalităt, Ethnizităt und Identităt gerungen wird.

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