Norm und Normbrechung: Die Rezeption literarischer Texte als by Dick H. Schram

By Dick H. Schram

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Wandel der Interpretation: Kafkas, Vor dem Gesetz‘ im Spiegel der Literaturwissenschaft

6 der Hermeneutik und der Literaturtheorie mit denen der empirischen Forschung verbindet. Es hat mich gefreut, daß die Herausgeber bereit waren, das Buch in die Reihe "Konzeption Empirische Literaturwissenschaft" aufzunehmen. Erkenntlich bin ich ihnen auch für ihre kritische Durchsicht des Manuskriptes.

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In diesem Abschnitt behandeln wir einige Theorien, die diese Annahme unter stiitzen oder vielmehr implizieren, daB von einer innovierenden Wirkung von Literatur nur bedingt die Rede sein kann. Ibsch (1984) spricht in diesem Zusammenhang von 'Kontra - Indikationen ' oder 'Falsifikatoren'. Wir wollen auf eine eingehende Erorterung verzichten; andere haben bereits auf das gespannte Verhaltnis hingewiesen, in dem Konzepte unterschiedlicher Disziplinen haufig zueinander stehen, und eine ausfuhrliche Darstellung ware nur als Einfuhrung in eine konkrete Untersuchung angebracht.

Dieser Widerstand ('Zensur') hat zum Zweck, 37 der Person die schmerzliche Einsicht in ihre Konfliktsituation zu ersparen. Wahrend bestimmter Zustande wie Traume, Tagtraume oder freier Assoziation verringert sich der Widerstand und konnen verdrangte Strebungen in verhullter Form, so daB die Zensur 'irregefiihrt' wird, bewuBt identifiziert werden. Darauf konnen sie vom Psychoanalytiker interpretiert werden. In der Auffassung der Psychoanalyse hat auch das Schaffen von Kunstwerken die Funktion, verdrangte Strebungen in verhiillter Form zum Ausdruck kommen zu lassen.

Deshalb erkennen wir in fiktionaler Rede auch so viele Konventio>nen wieder, die in unserer bzw. anderen sozialen und kulturelten Umwelten eine regulierende Funktion ausilben; ihre horizontale Organisation bewirkt im Text allerdings, daB sie nun in unvennuteten Kombinationen auftauchen und dadurch die Stabilitat ihrer Geltung verlieren. Folg/ich erscheinen die Konventionsbestdnde als sie selbst, wei! sie von ihrem lebensweltlichen Funktionszusammenhang abgelost sind. Sie horen auf, Regulative zu sein, da sie selbst thematisch werden.

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